Konzept

1. Inhalt

2.1 Daten und Fakten

Gruppengröße:
Alter der Kinder:
Öffnungszeiten:
Mahlzeiten:
Betreuerinnen:
Räumlichkeiten:
Angebote (z.B.):
Elternmitarbeit:

3.2 Die Kinder

Zu Beginn unserer Konzeptarbeit stellten wir uns die Frage, welche Wünsche und Bedürfnisse Kinder überhaupt haben, auf welchen kindlichen Verhaltensweisen und Denkmustern wir in unserer pädagogischen Arbeit aufbauen können. Unsere Ansichten und Einsichten zu dieser Frage stellen wir in diesem Kapitel dar.

Neben der Erfüllung von Grundbedürfnissen wie Nahrung, Kleidung, Wohnung, Kontakt zu anderen Menschen, insbesondere zu Kindern, und ausreichend Schlaf, erscheint es uns am Wichtigsten, das Kind so anzunehmen wie es ist, mit all seinen Stärken und Schwächen.

Es muss lachen und weinen dürfen. Kinder möchten Liebe und Nähe erfahren, im körperlichen, wie im geistigen Sinne, manchmal aber auch Distanz. Sie wollen in allen Problemen, Ansichten und Ängsten verstanden und ernst genommen werden. Sie brauchen unseren Trost und Zuspruch, aber auch unser Vertrauen in ihre Fähigkeiten.

Erwachsene müssen Kindern Sicherheit und Orientierung bieten. Aber sie sollten nicht alles für ihre Kinder entscheiden oder ihnen Verantwortung abnehmen, die sie selbst tragen können, denn Kinder möchten Entscheidungsfreiheiten (besonders das Recht über ihren Körper zu bestimmen) und Verantwortlichkeiten übertragen bekommen. Sie wollen ja und nein sagen dürfen. Sie wollen nützlich sein und gebraucht werden. Dabei müssen wir Erwachsenen natürlich darauf achten, das einzelne Kind nicht zu unter- oder überfordern. Kinder brauchen aber nicht nur Freiheiten, sondern sie möchten auch Klarheit in der Grenzsetzung, Eindeutigkeit in unserem Handeln, denn die gibt ihnen Sicherheit.

Die beliebteste Beschäftigung von Kindern ist die Bewegung. Dazu benötigen sie ausreichend Platz und vielseitige Bewegungsanlässe. Kinder möchten ihren Körper ausprobieren und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln. Dies tun sie oft sehr ausdauernd und laut. Bewegung ist DER kindliche Entwicklungsmotor für das Lernen. Auch ihre feinmotorische Geschicklichkeit trainieren Kinder gern und sie sehnen sich nach Zeiten der Ruhe und Entspannung.

Und: Alles Handeln hat seinen Sinn, verfolgt ein, für das Kind positives Ziel, auch wenn es manchmal nötig ist genauer hinzuschauen, um das wahre Ziel des Kindes zu erkennen.

4.3 Die Betreuerinnen

Für eine gute pädagogische Arbeit ist die offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Betreuerinnen unbedingte Voraussetzung. Dieser Abschnitt gilt natürlich in besonderem Maße für die ausgebildeten pädagogischen Kräfte unserer Gruppe, soll aber auch von den Auszubildenden anerkannt und angestrebt werden.

Erzieher müssen Kindern vorrangig Achtung und Wertschätzung entgegenbringen. § 1 unseres Grundgesetzes findet nicht nur auf Erwachsene, sondern eben auch auf Kinder Anwendung: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Alle weiteren Überlegungen und Handlungen sind auf diesen Satz aufzubauen.

Der wesentlichste Bestandteil unserer praktischen Arbeit ist die Beobachtung. Wir müssen Entwicklungsprozesse der Gesellschaft allgemein und in unserer direkten Umgebung im Besonderen berücksichtigen. Auch Veränderungen der Familienstrukturen und -bedürfnisse, sowie wechselnde Interessen und sich entwickelnde Fähigkeiten der einzelnen Kinder und der ganzen Gruppe müssen unsere Beachtung finden. Unsere Beobachtungen ergänzen wir durch Informationen aus Fachliteratur und Fortbildungen.

Dies alles ist nötig, damit wir uns auf die Bedürfnisse der Kinder einstellen, ihre Handlungen verstehen und angemessen reagieren können. Die Interessen der Kinder bilden die Grundlage für die Gestaltung der Räume und die Material- und Angebotsauswahl. Auch wir Erzieherinnen müssen bereit sein, uns zu entwickeln, mit den Kindern neugierig und lernbereit sein, uns auf Veränderungsprozesse einlassen. Wir sind keine (Be-)lehrer, sondern helfen den Kindern, selbst zu lernen. Wir schaffen Erfahrungsräume, in denen die Kinder in Zusammenhängen mit allen Sinnen lernen können. Wir geben realen Lernsituationen den Vorrang vor künstlich geschaffenen und sozialem Lernen den Vorrang vor dem Aneignen von Sachwissen. Außerdem betrachten wir das Lernen (auch und besonders das soziale Lernen) als freiwillige Möglichkeit. Erzwungenes Lernen (z. B. du mußsst dich jetzt entschuldigen) führt bestenfalls zu anerzogenem Verhalten und rührt nicht aus einer Einsicht des Kindes.

Unser Handeln darf nie autokratisch sein. Die Bedürfnisse und Interessen der Kinder müssen sich in allen Abläufen und Handlungen widerspiegeln. So werden z.B. auch die Gruppenregeln mit den Kindern erarbeitet und verändert. Auf diese Weise gibt es bei uns kein starres Regelwerk, sondern Abmachungen, die von der Gruppe getragen und akzeptiert werden. Dies setzt natürlich unsere Kompromißssbereitschaft voraus und fordert ein Demokratieverständnis, das Kinder einschließt.

Schimpfen und Strafen im herkömmlichen Sinne lehnen wir als ungeeignet ab. Vielmehr bauen wir auf die Einsicht der Kinder in die Bedeutung bestimmter Regeln und auf die Interaktion der Gruppe. Außerdem ermöglichen wir den Kindern das Erleben von tatsächlichen, natürlichen Folgen. Wo es aus Sicherheitsgründen erforderlich ist (z.B. Straßenverkehr) vereinbaren wir mit den Kindern logische Folgen (z.B wer nicht aufpassen möchte oder kann, geht an der Hand eines Erwachsenen). Der Ehrlichkeit halber müssen wir eingestehen, daßss wir dies nicht immer und überall einhalten können. Auch wir sind zum Glück nur Menschen, denen eben auch mal der Geduldsfaden reißt. Solange das aber die Ausnahme bleibt, ist es im Grunde wiederum eine natürliche Folge und zeigt den Kindern unsere ganz persönlichen Grenzen.

Wir sehen es auch als unsere Aufgabe an, auf Entwicklungsdefizite und Verhaltensauffälligkeiten zu achten und gegengegebenenfallsbenenfalls mit den Eltern nach Ursachen und Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

5.4 Unsere Ziele

5.1. Vorwort

Oberstes Ziel für die Arbeit mit Kindern ist es, ihre Lebensfreude zu teilen und in der Kindergruppe die Voraussetzungen zu schaffen, daßss sie sich geborgen und sicher fühlen. Die geringe Gruppenstärke bietet hierfür ideale Möglichkeiten.

Wir möchten durch unsere pädagogische Arbeit dazu beitragen, daßss sich die Kinder zu freien und verantwortungsvollen Bürgern einer demokratischen Gesellschaft entwickeln können. Die wichtigsten Voraussetzungen hierfür sind nach unserer Ansicht ein hohes Maß an Selbständigkeit, die Fähigkeit zur positiven und respektvollen Auseinandersetzung mit anderen Menschen und ein verantwortungsbewußsster, kreativer Umgang mit der natürlichen (und technischen) Umwelt. Aus diesem Grund gehen wir im folgenden besonders ausführlich auf diese Punkte ein, bevor uns weiteren Zielen zuwenden.

5.24.1 Selbständigkeit

Neben der Vermittlung lebenspraktischer Fähigkeiten wie waschen, anziehen, Nase putzen, erkennen des Eigentums, usw. wollen wir die Kinder anregen, im Vertrauen auf sich selbst und ihre Fähigkeiten, Probleme zu durchdenken und eigene Lösungen zu finden. Sie sollen in die Lage versetzt werden, die Ordnungsregeln (gegenständliche, zeitliche und zwischenmenschliche) ihres Umfeldes zu erkennen, einzuhalten, aber auch zu hinterfragen.

Voraussetzung dafür ist zunächst, die eigenen Wünsche und Meinungen zu erkennen, anzunehmen und zu äußern, Konflikte mit Kindern und Erwachsenen auszuhalten und zu bewältigen. Auch das Wissen um die eigenen Fähigkeiten und Grenzen, das Einschätzen von Risiken und die Bereitschaft Neues auszuprobieren sind entscheidende Schritte in die Selbständigkeit.

Besonders wesentlich erscheint uns, dass die Kinder lernen, Frustrationen zu ertragen. Enttäuschungen durch Zurückweisung, Beleidigung und Schmerz gehören zum Erleben eines jeden Menschen, wie auch das Nicht-Erfüllen von Wünschen oder der Verlust von Eigentum, Privilegien und Gewohnheiten oder sogar Bezugspersonen. Je eher Kinder lernen mit Enttäuschungen selbständig und konstruktiv umzugehen (z.B. braucht niemand ein Bonbon, weil er sich verletzt oder eine Enttäuschung erlebt hat), desto selbstbewußsster, unabhängiger und stärker werden sie sich entwickeln. Und: Starke Kinder sind weniger anfällig für Verführungen (Sucht, Sekten, ...).

Des weiteren ist ein gesundes Selbstbewußsstsein Grundlage für positive Begegnungen mit anderen Menschen und der natürlichen und technischen Umwelt. Wer sich selbst achten und schätzen gelernt und Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten entwickelt hat, aber auch seine Grenzen kennt, ist in der Lage Verantwortung für sich und darüber hinaus für seine Umwelt zu tragen

Damit sich die Kinder in diesem Sinne entwickeln können, benötigen sie in erster Linie eine Umgebung, die ihnen Sicherheit vermittelt und Akzeptanz und Anerkennung entgegenbringt. Es ist wichtig, die positiven Eigenschaften des einzelnen Kindes zu sehen, die kleinsten Entwicklungsschritte zu achten und ihnen zu helfen, darauf aufzubauen.

Wir sehen unsere Aufgabe in erster Linie darin, den Kindern vielfältige Lernerfahrungen zu ermöglichen und sie ihre eigenen Wege finden zu lassen, auch wenn es Umwege sind. Die Kinder erhalten entsprechend ihrer Entwicklung Hilfe zu Selbsthilfe und weitreichende Entscheidungsfreiräume. Sie lernen aber auch, die Konsequenzen ihrer Entscheidungen und Handlungen zu tragen. Außerdem sollen sie erkennen, daßss die eigene Freiheit dort enden sollte, wo die Freiheit anderer eingeschränkt wird. Und damit sind wir bei unserem zweiten Schwerpunkt.

5.3.4.2 Soziales Denken und Handeln

Die Welt ist bunt, lautet ein oft genannter Satz — und so soll es unserer Meinung nach auch bleiben. In der Kindergruppe können sich die Kinder zwischen anderen Kindern erleben. Sie sehen und spüren, wie und warum sich andere freuen, traurig oder wütend sind, usw. Sie erleben auch, daßss nicht alle Menschen die gleiche Meinung zu einem Sachverhalt haben und daßss für jeden andere Dinge wichtig und unwichtig sind. Wir möchten die Kinder ermutigen die Vielfältigkeit von Menschen, optisch wie emotional, als Bereicherung, ja als Lernanregung zu erkennen. Wir wollen ihnen helfen, sich gegenseitig zu akzeptieren und einen respektvollen, für sie angemessenen Umgang mit ihnen zu entwickeln.

Die Kinder sollen in erster Linie Spaß haben, am Umgang miteinander. Sie sollen die Möglichkeit haben, aus eigenem Entschlußss Freundschaften zu knüpfen und zu lösen. Sie sollen ihr eigenes Maß an Nähe und Distanz zu anderen finden und natürlich auch besonders lernen, die Distanzwünsche anderer Kinder zu wahren. Wir möchten ihnen zeigen, daßss es schön sein kann, anderen zu helfen, sie zu trösten und Verantwortung für einander zu übernehmen.

Unsere Morgen- und Abschlußsskreise bieten den Kindern Gelegenheit, sich als Teil einer Gruppe zu erleben. Wir überlegen gemeinsam, wer im Kreis fehlt oder wer nach Krankheit oder Urlaub wieder da ist. Hier werden auch die fast obligatorischen Urlaubskarten vorgelesen.

Außerdem besprechen wir, ob wir etwas unternehmen wollen. Wir ermutigen die Kinder auch, von Ereignissen, die sie besonders schön oder doof fanden, zu erzählen(ich habe Stifte auf dem Boden gefunden, da gehören die doch gar nicht hin, Peter hat mich I gehauen, das hat weh getan). Diese Zusammenkünfte bieten uns auch die Gelegenheit, Demokratie zu üben: Regeln werden abgesprochen, Spielvorschläge diskutiert und abgestimmt und vieles mehr. Wir bieten den Kindern auch die Möglichkeit, Konflikte offen auszutragen.

Kinder neigen aufgrund noch fehlender sprachlicher Möglichkeiten und aufgrund starker Emotionalität und Spontanität oft dazu, Konflikte körperlich auszutragen. Wir betrachten dies als entwicklungsbedingt und halten es für außerordentlich wichtig, daßss die Kinder ihre Streitigkeiten(im fairen Rahmen) auch körperlich austragen dürfen. Würden wir diese Konflikte vordergründig beenden (bei uns wird nicht geschlagen), wäre das Problem der Kinder nicht gelöst und Aggressionen könnten sich aufbauen und an anderer Stelle ein Ventil suchen. Vielmehr lassen wir die Kinder ihre Streiterfahrungen sammeln und bieten ihnen in Gesprächen, Angeboten und durch unser Vorbild die Möglichkeit, andere Streittechniken zu entdecken und auszuprobieren. Es ist uns besonders wichtig, bei Streitigkeiten keine Partei zu ergreifen. Selbst wenn man glaubt, den Anfang des Streites miterlebt zu haben, kann man sich nicht sicher sein, daßss es so ist. Viele Streitigkeiten haben eine Vorgeschichte, die wir nicht kennen oder der wir uns nicht sofort erinnern. Unsere Aufgabe sehen wir auch hier wieder in der Beobachtung. Erscheint uns die Situation als zu gefährlich, trennen wir die Parteien mit dem Hinweis auf die Gefahr, nicht mit einer allgemeinen Verurteilung des Kampfes.

Auch bieten wir den Kindern immer wieder unsere Hilfe als Schlichter an. Wenn die Kinder dies wünschen helfen wir ihnen den Standpunkt des anderen nachzuvollziehen und einen Kompromißss zu finden.

5.4.4.3 Naturerfahrungen

In der städtischen Umwelt der Kinder ist Natur immer weniger erlebbar. Die Folge ist, daßss Kinder Natur nicht mehr als zu ihnen gehörend erkennen. Außerdem werden Kinder in unserer heutigen Welt mit immer mehr und immer stärken Reizen konfrontiert. Dadurch gehen viele sensible Sinneseindrücke verloren, die Kinder nehmen vieles einfach nicht mehr wahr. Deshalb sehen wir es als unsere Aufgabe an, den Kindern vielfältige Naturerfahrungen zu ermöglichen. Dazu nutzen wir im Wesentlichen drei Gebiete:

Unser kleiner Garten gibt uns die Möglichkeit mit Erde, Sand und Wasser zu matschen, Regenwürmer und andere kleine Lebewesen zu beobachten und kleine Mengen Kräuter, Gemüse oder Beeren zu ernten.

Der Nußssberg, in unserer unmittelbaren Umgebung gelegen, bietet uns Wiesen und Waldflächen zur Erkundung. Er ist ein Gelände auf dem man seinen Körper auf Abhängen und beim Weg über Lianen und Wurzeln erproben kann. Hier gilt es aber auch Vögel und Eichhörnchen zu beobachten und die Fast-Stille, das Spiel des Windes in den Bäumen und vieles mehr zu erleben.

Besondere Höhepunkte bietet uns der Riddagshausener Forst. Der Revierförster, Herr Städing, hat hier ein Gelände einzäunen lassen, auf dem sich ein kleines Häuschen mit Unterstand, eine Komposttoilette und eine Feuerstelle befindet. Dieses Gelände mieten wir für je 1 Woche im Frühjahr und Herbst. In den übrigen Monaten besuchen wir unseren Wald jeweils einen Tag. — Und zwar bei jedem Wetter (Ausnahmen machen wir lediglich bei ganz extremen Witterungslagen!).

Die Kinder erleben so ganz nebenbei den Wechsel der Jahreszeiten und die damit verbundenen Folgen für Mensch, Tier und Pflanze. Erfahrungen mit der Natur als Lebensraum und -grundlage sollen mit allen Sinnen gesammelt werden. Rücksicht auf Tiere und Pflanzen zu nehmen und das

Wissen um besondere Gefahren (z.B. Giftpflanzen), ist hierbei ebenso wichtig, wie ein angstfreier, fröhlicher und kreativer Umgang mit den Ressourcen, die uns die Natur bietet.

Daran anknüpfend, ist es uns ein Anliegen, gemeinsam mit den Kindern ökologisches Handeln (sparsamer Umgang mit Materialien, Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Mülltrennung, usw.) zu üben.

5.5.4.4 Weitere Ziele

Neben der Erforschung der Natur, bieten wir den Kindern auch die Möglichkeit, ihre städtische Lebenswelt zu entdecken. Hierzu eignen sich Angebote wie, Spielplatzbesuche, einkaufen, Bus fahren, der Besuch von Museen, Theateraufführungen, Schwimmbädern und vieles mehr. Auch der Verkehrserziehung messen wir große Bedeutung zu. Hierbei arbeiten wir nach den Empfehlungen der Deutschen Verkehrswacht und der Polizei.

Kreatives Denken und Handeln fördern wir in allen nur denkbaren Bereichen. Als erstes Mittel möchten wir hierfür das Freispiel nennen, das bei uns von zentraler Bedeutung ist. Es gibt den Kindern die Möglichkeit, sich ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechend zu betätigen und erlaubt uns, die Kinder sehr genau zu beobachten und unsere Angebote nach den Interessen der Kinder auszurichten. Wir bieten den Kindern relativ wenig vorgefertigtes Spielzeug an. Ihnen stehen aber zum Beispiel Decken, Kissen, Matratzen und unterschiedlich geformte Schaumstoffelemente zur Verfügung. Diese werden gerne zum Buden-bauen, aber auch als Schiffe, Autos, Herde, usw. genutzt. Im Werkraum können die Kinder mit unterschiedlichsten Materialien und Werkzeugen frei oder nach Anleitung arbeiten. Schablonen und Muster sind zwar ein legitimes Werkzeug, werden von uns aber zugunsten der Individualität und Kreativität nur sehr selten benutzt.

Grobmotorische Bewegung und die damit verbundenen Wahrnehmungen bilden die Grundlage für die Kindliche Entwicklung. Deshalb ist unsere Gruppe so konzipiert, daßss die Kinder auch innerhalb des Hauses vielfältige Bewegungsanlässe finden. Neben den bereits genannten Matratzen und Schaumstoffelementen verfügen wir über eine Schaukel, ein Podest mit Rutsche und ausreichend Platz, dies alles zu nutzen.

Damit die Kinder sich ausruhen und entspannen können, haben wir einen Ruheraum eingerichtet. Hier (aber auch im Gruppenraum) erzählen wir uns Geschichten, lesen Bücher, unternehmen Phantasiereisen und vieles

Musik hat auf Kinder eine sehr anregende Wirkung. Zur Zeit sind wir in der glücklichen Lage, daßss wir einmal wöchentlich Unterstützung von einer Musiklehrerin erhalten, die den Kindern auf spielerische Weise den Umgang mit Stimme und Instrumenten nahe bringt. Natürlich wird bei uns auch an anderen Tagen gesungen, musiziert und getanzt.

Die Kinder sollen die Möglichkeit erhalten, ihre kulturellen Wurzeln zu erfahren. Dazu gehören Volkslieder, alte Spiele und Bräuche, auch religiöse. (Damit ist keine religiöse Erziehung im eigentlichen Sinne gemeint). Darüber hinaus sollen die Kinder offen sein für andere Kulturen und deren Regeln und Rituale.

Etwa ein halbes Jahr vor Schuleintritt, wenn dieses Thema für die künftigen Schulkinder immer mehr an Bedeutung gewinnt, organisieren wir mit zwei anderen Kindergruppen ein Vorschulprojekt. Dies stellt für die Vorschulkinder in zweierlei Hinsicht eine neue Herausforderung dar. Zum Einen müssen sie sich auf unbekannte (gleichaltrige!) Kinder und Erwachsene einstellen, was oftmals zunächst mit Ängsten verbunden ist. Aber gerade die Bewältigung dieser Ängste ist eine gute Vorbereitung auf die neue Situation Schule. Zum Anderen erhalten die Kinder Angebote und Anregungen, die in einer altersgemischten Gruppe nicht oder nur schwer möglich wären. Diese Angebote richten sich natürlich nach den Interessen der Kinder. Wir nennen hier einige Beispiele aus der Vergangenheit:

Besichtigungen bei Feuerwehr, Zugfahrt zum Zoo in Hannover, Schwimmen im Badezentrum Gliesmarode mit Besichtigung der technischen Anlagen, Verkehrserziehung durch einen richtigen Polizisten.

Insgesamt möchten wir noch einmal darauf hinweisen, daßss alle Lernbereiche ineinandergreifenineinander greifen, in einer Handlung oft vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten stecken und wir bemüht sind dies zu nutzen.

Von den Interessen der Kinder auszugehen kann auch bedeuten eine Zeitlang immer wieder das gleiche zu tun (z.B. jeden Tag mit Wasser und Sand spielen) oder ein bestimmtes Thema über mehrere Wochen zu verfolgen. Das kann auch dazu führen, das bestimmte Tätigkeitsbereiche eine Zeit lang vernachlässigt werden. Dies sollte dann kein Anlaßss zur Sorge sein, sondern uns Stolz machen, daßss unsere Kinder ihre Interessen auch über einen längeren Zeitraum verfolgen können.

6.5 Das Leben bei Kobold

Kinder lieben Rhythmen und Rituale. Sie geben ihnen Orientierung und Sicherheit. Deshalb sind die Koboldtage durch relativ feste Zeiten für Frühstück, Morgenkreis, Mittagessen, Aufräumen und Abschlusskreis strukturiert. Diese Abschnitte im Tagesverlauf werden durch Rituale bereichert. Vor dem Essen beispielsweise, fassen wir uns an, sagen einen Tischspruch und wünschen uns guten Appetit. Der Morgenkreis beginnt mit den Überlegungen, welche Kinder und Betreuer fehlen, wer nach einer Zeit der Abwesenheit wieder da ist, welchen Tag wir haben und ob etwas besonderes anliegt.

Eine Woche gliedert sich bei uns durch Schwerpunkte am Wochenanfang und Wochenende. Montags kommt Frau Osterburg zu uns, um mit den Kindern im Morgenkreis zu singen und zu musizieren. Freitags gehen wir zum Turnen in die Halle der IGS Franzsches Feld. Für die Vorschulkinder kommt in der zweiten Hälfte des Kindergartenjahres ein Vorschulgruppentag hinzu.

Nach Möglichkeit gehen wir monatlich einmal schwimmen und einen Tag in den Riddagshausener Forst.

Auch der Jahreslauf ist für die Kinder spätestens in ihrem dritten Koboldjahr nachvollziehbar. Das Frühjahr ist gekennzeichnet durch das Osterfest, eine Waldwoche und unsere 5-tägige Kinderreise. Im Sommer feiern wir nicht nur ein großes Sommerfest sondern veranstalten auch eine Abschiedsfeier mit Vorführungen für unsere Schulanfänger. Daran schließen sich unsere Sommerferien an (3 Wochen). Im neuen Kindergartenjahr geben wir den alten Kobolden zunächst Gelegenheit, sich wiederzusehen und auszutauschen. In diesen 2 bis 3 Tagen bereiten wir sie auch auf die Ankunft der neuen Kinder vor, die sie in der Regel schon an einige Schnuppertagen vor den Sommerferien kennen lernen konnten. Um den Kontakt mit der Gruppe aufrecht zu erhalten, haben die ehemaligen Kobolde im neuen Kindergartenjahr Gelegenheit zu Besuchen. Im Herbst verbringen wir wieder eine Woche im Wald, feiern ein Laternenfest und gestalten einen Ernte-Dank-Tag. Der Winter beginnt mit unserer Weihnachtsfeier, die durch kleine Aufführungen bestimmt ist. Es folgt eine kurze Ferienzeit (zwischen Weihnachten und Neujahr). Nach unserer Faschingsfeier zum Winterende beginnt der Jahreslauf von Neuem.

Außerdem übernachten wir mindestens zwei mal pro Jahr in der Kindergruppe, was für die Kinder immer ein ganz besonderes Ereignis ist. Selbstverständlich feiern wir auch die Geburtstage der Kinder und Betreuer. Dazu gehört ein ausgiebiges Geburtstagsfrühstück mit Geburtstagskerzen. Daran schließt sich der Morgenkreis an, der an diesen Tagen ganz im Zeichen des Geburtstagskindes steht.

7.6 Elternarbeit

Wir begreifen die Kindergruppe als erste soziale Gemeinschaft, die die Kinder ohne ihre Eltern bewältigen. Aus diesem Grund ist es sehr hilfreich, wenn Erzieher und Eltern vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Andererseits ist eine Elterninitiative ohne den engagierten Einsatz aller beteiligten Eltern undenkbar. Sie werden durch ihre Mitgliedschaft im Verein zum Träger der Einrichtung — mit allen Rechten und Pflichten. So entsteht aus der Mitarbeit der Eltern in unserer Gruppe ein gegenseitiges Geben und Nehmen zwischen Kindern, Eltern und Personal.

Kontakte knüpft und vertieft man am Leichtesten in lockerer Atmosphäre bei einer Tasse Kaffee oder beim Verzehren der Reste vom Mittagessen. In unserer Gruppe hat es sich eingebürgert, das viele Eltern, die ihre Kinder abholen, einfach noch ein paar Minuten (oder auch länger bleiben, sich zusammensetzen und klönen. Auch gemeinsame Spielplatzbesuche sind keine Seltenheit. Bis 14.30 Uhr steht auch in der Regel eine Erzieherin für Fragen zur Verfügung.

Zweimal monatlich finden sich Eltern und Erzieherinnen zum Elternabend zusammen. Hier werden pädagogische Probleme besprochen, Berichte aus dem Gruppenalltag gegeben und Rahmenbedingungen festgelegt. Beispielsweise wurde auch dieses Konzept auf mehreren Elternabenden vorgestellt, diskutiert und letztlich in dieser Form beschlossen. Auch organisatorische Fragen werden an diesen Abenden besprochen, wie z.B. Feste vorbereitet, Informationen aus dem Dachverband weitergegeben Arbeitsplanungen erstellt und natürlich auch das leidige Thema der Finanzen diskutiert.

Mindestens einmal pro Kindergartenjahr treffen sich Eltern und Erzieher zu Einzelgesprächen. Dies ist sowohl nachmittags in der Kindergruppe, als auch abends bei der Familie möglich. Diese Gespräche bieten die Möglichkeit sich intensiv über das einzelne Kind, seine Entwicklung, seine Fähigkeiten, Schwächen und Probleme auszutauschen.

Viele organisatorische, hauswirtschaftliche und handwerkliche Arbeiten werden von den Eltern erledigt. Dazu gehören täglich wechselnde Putzdienste, Reparatur- und Renovierungsarbeiten, bei Ausfall der Köchin die Versorgung mit Mittagessen und der Einkauf, sowie diverse andere Ämter und Aufgaben (siehe Anhang). Die Übernahme dieser Arbeiten ist sicher oftmals eine Belastung, birgt aber den Vorteil, daßss man einen direkten Einblick in das Kindergruppenleben erhält. Ein Gefühl der Zusammengehörigkeit stellt sich ein.

Mehr Spaß macht jedoch naturgemäß das Planen und Organisieren von Festen und das Feiern! Immer wieder finden sich Eltern zusammen, die mit viel Fantasie Elternpartys vorbereiten und bei Festen für große und kleine Kobolde mitwirken. So hat es sich auch eingebürgert, daßss einige Eltern kleine Theaterstücke einüben und den Kindern vorspielen.

Eine gute Gelegenheit zum Austausch über die pädagogische Arbeit, ist unser Konzepttag: Einmal im Jahr treffen sich alle Eltern und die Erzieherinnen einen ganzen Tag, um über ein vorher festgelegtes Thema zu sprechen.

8.7 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

9.8 Schlusswort

Wir denken, daßss wir in diesem Konzept unsere Arbeit recht ausführlich dargestellt haben. Bei aller Sorgfalt ist es jedoch nicht möglich, alle Bereiche ausführlich zu behandeln, jede Frage auf diesem Wege zu beantworten. Außerdem ist ein Konzept niemals als endgültig zu betrachten. Vielmehr ist es wichtig, die pädagogische Arbeit immer wieder zu überdenken, neue Bedürfnisse zu erkennen, sich neue Ziele zu setzten und Wege dorthin zu finden.

Wir danken auf diesem Wege allen Beteiligten die zu der Erstellung dieses Konzeptes beigetragen haben und in Zukunft an seiner Veränderung mitwirken.